VRR wirft 200.000 Studierende aus Bus und Bahn

ASten fordern Fortsetzung der Semesterticketverträge

Nach lange währenden Preiserhöhungsabsichten beim Semesterticket macht der VRR nun ernst. Bei den Studierendenvertretungen der Hochschulen im VRR-Gebiet gingen in den vergangenen Tagen Kündigungen der bestehenden Semesterticketverträge ein, die zum Wintersemester 2015/16 wirksam werden. Im gleichen Schreiben fand sich ein neuer Vertrag, der das Studierendenticket um satte zwölf Euro teurer machen soll. Bei den ASten stößt dieses Vorgehen auf Unverständnis:

„Der VRR will uns hier die Pistole auf die Brust setzen, um uns zur Unterschrift zu
zwingen. Mit einem partnerschaftlichen Verhältnis, das öffentlich vorgespielt werden soll, hat
das nichts zu tun,“ findet Marcus Lamprecht, Mobilitätsreferent des AStA Duisburg-Essen.

Die Kritik der VRR-ASten am Noch-Vertragspartner ebbt seit Monaten nicht ab. Das vermeintliche Gerechtigkeitsdefizit zu anderen Tickets sei laut den ASten reine Verhandlungsmasche. Es sei weder Auszubildenden noch Sozialticketnutzer*innen geholfen, wenn andere Tickets teurer würden, statt ihre Fahrscheine günstiger.

„Wenn der VRR ein wirkliches Interesse an Gerechtigkeitsfragen
hätte, dann würde er nicht versuchen bei Studierenden abzukassieren, die selbst zu einem
großen Teil unterhalb der Armutsgrenze leben,“ urteilt Sarah Malzkorn, ebenfalls Mobilitätsreferentin
des Duisburg-Essener AStA über das sozialpolitische Verständnis des größten Verkehrsverbundes
in Europa.

Der Plan des VRR durch die Kündigung Druck aufzubauen scheint also keinen Erfolg zu versprechen. Zum Beginn des neuen Semesters im Oktober wollen die Studierenden ihren Protest der Facebook-Kampagne „So nicht, VRR!“ auch wieder auf die Straße und an den Campus tragen. Mit Demonstrationen soll öffentlich gegen unsoziale Ticketpreise und die Spaltung verschiedener Ticketnutzer*innen protestiert werden.

Die Pressemitteilung vom 28.08.2014 als PDF herunterladen