Vorstellung der Studie „What Institutions can do“.

Analyse der diskursiven Eskalation anlässlich der Ausstellung „What Comics can do“ an der Universität Duisburg-Essen

Die Vorstellung der Studie wird am 9.12. um 18:30h in V15 R01 H76 (Campus Essen) stattfinden.

Im Auftrag des AStA der Universität Duisburg-Essen hat das Duisburger Institut für Sprach- und Sozialforschung eine Expertise zu den Vorgängen um eine Posterausstellung in den Räumen der Essener Universitätsbibliothek erstellt. Im Sommer 2013 waren die Ereignisse ein bundesweites Medienthema. Auch an der Uni selbst kam es zu heftigen Diskussionen.

Eine Promotionsstudentin hängte zwei Plakate der Ausstellung ab und beschädigte eines davon. Was den Streit um die Ausstellung „What Comics can do – Recent Trends in Graphic Fiction“ für die Berichterstattung interessant machte, waren die näheren Umstände: So gab die Doktorandin an, sie sei muslimischen Glaubens und die Ausstellung habe ihre religiösen Gefühle verletzt. Aus den Reaktionen der Universität sprach eine große Unsicherheit, wie mit dem Vorfall umzugehen sei. In Folge dessen wurde die gesamte Seminarpräsentation abgebaut.

Bereits in den ersten Veröffentlichungen der regionalen Medien wurde der Vorfall als „Religionsstreit“ (ruhrbarone.de) beziehungsweise als „Bilder-Streit an der Uni Duisburg-Essen“ (WAZ/NRZ) gedeutet. Dabei gab es Versuche von verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen Einfluss auf den Verlauf der Diskussion zu gewinnen. In den Medien spitzte sich die Debatte zu und löste sich gleichzeitig vom eigentlichen Vorfall: Selbsternannte Verteidiger*innen „westlicher Werte“ und des „christlichen Abendlands“ fühlten sich berufen, zum Kampf gegen eine angebliche muslimische Unterwanderung zu blasen. Auch extrem rechte Akteur*innen spielten dabei eine Rolle.

Die diskursanalytisch angelegte Expertise umfasst die Analyse des Mediendiskurses zum Thema. Außerdem werden zentrale Dokumente aus den universitären Gremien berücksichtigt. Die Analyse legt offen, welche Aus- und Umdeutungen der Vorfälle von den Medien und den einzelnen Akteur*innen vorgenommen wurden. Im Zentrum steht dabei auch die Frage, in wie weit das Verhalten der universitären Akteur*innen zu einer Eskalation der Debatte beigetragen hat. In der Expertise werden außerdem Vorschläge dazu entwickelt, wie zukünftig in solche Konflikte eingegriffen werden kann, um zu verhindern, dass Ereignisse an der Universität Ausgrenzungsdiskurse weit über die Grenzen des Campus hinaus befeuern.