Bewegung beim Semesterticket: ASten unterbreiten Alternativangebot.

Die Pressemitteilung und das Alternativangebot als pdf.
Die Kündigung des Semestertickets sorgte an den Hochschulen im VRR-Gebiet in den letzten Wochen und Monaten für Aufregung. Der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr hatte die Semesterticketver-träge zum Wintersemester 2015/16 gekündigt, um deutlich höhere Preise durchzusetzen. Dieses Vorgehen hatte bei den Studierendenvertretungen für scharfe Kritik und Proteste gesorgt.

Nachdem sich der VRR Verhandlungen bisher verweigerte, gehen die Studierendenvertretungen von 16 Hochschulen nun einen neuen Weg. „Wir haben gemeinsam ein Gegenangebot ausgearbeitet, das wir dem VRR am 2. Februar vorgelegt haben“, erklärt Sarah Malzkorn, Mobilitätsreferentin im AStA der Universität Duisburg-Essen.
Mit dem Gegenangebot erhoffen sich die ASten, die drohenden Preiserhöhungen reduzieren zu können und den VRR an den Verhandlungstisch zu holen. „Für uns ist es wirklich ärgerlich, dass der VRR die Verhandlungen für abgeschlossen erklärt, obwohl bisher nur Forderungen seitens des VRR erhoben wurden“, kritisiert Malzkorn. Diese Forderungen gehen den Studierenden zu weit, so soll der Ticketpreis perspektivisch um bis zu 50% angehoben werden.
Das Ausmaß der Erhöhungen ist nun ein Bestandteil des Gegenangebots, das die Studierenden-ausschüsse dem Vorstand und Verwaltungsrat des VRR unterbreitet haben. „Wir müssen der so-zialen Lage unserer Studierenden Rechnung tragen, haben aber als Zeichen guten Willens das Angebot so gestaltet, dass es dem VRR deutlich entgegenkommt“, führt Marcus Lamprecht, ebenfalls Duisburg-Essener Mobilitätsreferent, aus. Tatsächlich belaufen sich die vorgeschlage-nen Preiserhöhungen ungefähr auf die Hälfte dessen, was das konkurrierende Vertragsangebot des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr vorsieht. „Wir wollen das Semesterticket behalten und sind deshalb für Kompromisse offen und an ernsthaften Verhandlungen interessiert“, so Lamprecht. Am Donnerstag, den 5. Februar, wollen die ASten VRR-Vorstand Castrillo das Angebot öffentlich im Rahmen einer Diskussionsveranstaltung im Essener Audimax überreichen.

Wer steht hinter dem Alternativangebot?

Die Allgemeinen Studierendenausschüsse (ASten) der Hochschulen: Universität Duisburg-Essen, Ruhr-Universität Bochum, Folkwang Universität der Künste, Hochschule für Gesundheit Bochum, Hochschule Niederrhein, Hochschule Ruhr West, Technische Fachhochschule Georg Agricola, Hochschule Bochum, Evangelische Fachhochschule Rheinland-Westfalen-Lippe, Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, Fachhochschule Düsseldorf, Fachhochschule Dortmund, Technische Uni-versität Dortmund, Westfälische Hochschule Gelsenkirchen Bocholt Recklinghausen, Kunstaka-demie Düsseldorf, Robert-Schumann-Hochschule Düsseldorf

Wann wurde das Alternativangebot unterbreitet?

Das Gegenangebot wurde dem VRR am 2. Februar zugesendet. Am 5. Februar soll es öffentlich an den Vorstand für Tarif & Marketing, José Luis Castrillo, der im Essener Audimax zu Gast sein wird, übergeben werden. Das Angebot soll dann am 18. Februar um 10 Uhr im Rahmen einer Sitzung des VRR-Verwaltungsrates im Essener Rathaus beraten werden.

Welche Perspektiven hat das Angebot?

Wir erhoffen uns dadurch das Ausmaß der Preiserhöhungen und andere kritische Stellen des neuen Vertragsangebotes ändern zu können. Da wir dem VRR (siehe nächster Punkt) sehr weit entgegen kommen, erhoffen wir uns, dass sich der Verwaltungsrat für den Kompromiss ausspricht.

Wie sieht die Preisentwicklung im Angebot vor?

Der VRR sieht eine Preiserhöhung von 12€ zum Wintersemester 2015/16 vor. Der Vorschlag der ASten reduziert diese auf 6€ und lässt sie zum Sommersemester 2016 einsetzen. In den folgen-den Sommersemestern sieht der VRR Erhöhungen von jeweils 2,70€ (zusätzlich zu der regulären Preiserhöhung) vor. Im Gegenvorschlag wurde diese außerplanmäßige Erhöhung auf 1,50€ gesenkt.

Welche weiteren Änderungen beinhaltet der alternative Vertragsvorschlag?

Um den Unwägbarkeiten neuerlicher Kündigungen zu begegnen wurde die Kündigungsfrist auf ein Jahr erhöht. Ferner sollen bei den Fahrausweisen die alten Regelungen weiterhin Bestand ha-ben. Dies hat den Hintergrund, dass bei der Fassung im neuen VRR-Vertrag Bedenken beim Da-tenschutz bestehen. Außerdem müssten beispielsweise Studierende mit Chipkartenticket dieses künftig vor der Nutzung erst freischalten lassen, was einen unnötigen bürokratischen Aufwand