AStA Duisburg-Essen entsetzt über Düsseldorfer Lucke-Einladung

+++ NACHTRAG: TTIP-Veranstaltung abgesagt +++
Der AStA der HHU Düsseldorf gab heute bekannt, dass die Veranstaltung „TTIP – Ein Geschenk für Alle oder eine Bereicherung für Wenige?“, bei der Bernd Lucke als Referent auftreten sollte, abgesagt werden musste. Wir halten es ebenfalls für bedauerlich, dass der AStA der HHU ihre Veranstaltung aufgrund von Drohungen gegenüber Teilnehmer*innen absagen musste und verurteilen diese. Wir forderten lediglich die Ausladung von Lucke, um diesem keine Plattform für seine rechtspopulistischen Äußerungen zu geben.
-> Siehe den Facebook-Post des AStAs der HHU.

-> Auch die Rheinische Post berichtet.
++++++

Ursprünglicher Beitrag:

Der Allgemeine Studierendenausschuss (AStA) der Universität Duisburg-Essen zeigt sich schockiert über die Einladung von Bernd Lucke zu einer Veranstaltung des AStA der Heinrich-Heine-Universität (HHU). Der dortige AStA hat Lucke als Referenten zu einer Podiumsdiskussion am 26. April in der Universität Düsseldorf über das transatlantische Freihandelsabkommen TTIP eingeladen. Lucke seinerseits bewirbt die Veranstaltung auf Facebook aktiv unter dem Label seiner Partei ALFA, die sich von der rechtspopulistischen Alternative für Deutschland abgespalten hatte.

Die Studierendenvertretung der Universität Duisburg-Essen sieht in der ALFA-Gründung keine hinreichende Distanzierung zu den Positionen der AfD gegeben, insbesondere da Lucke weiterhin öffentlich von einem vermeintlichen „Import“ und „Zustrom“ von Geflüchteten schwadroniert. Der AStA der HHU rechtfertigt die Einladung Luckes damit, dass dieser nur als Wirtschaftswissenschaftler eingeladen werde. Die Rolle Luckes kann aber nicht auf die eines Professors reduzieren, sondern ist stets im Kontext seines politischen Handelns zu sehen. Dazu erklärt Saskia Strasdat, Vorsitzende des Duisburg-Essener AStA: „Es ist heuchlerisch, wenn der HHU-AStA erklärt, Lucke nur als Wissenschaftler eingeladen zu haben. Bernd Lucke ist weder eine Koryphäe auf dem Gebiet der Freihandelsabkommen, noch ist er aktuell als Professor aktiv, sondern im Gegenteil ist er als Europaabgeordneter und Parteivorsitzender von seiner Hochschule bis 2019 beurlaubt. Durch die Einladung Luckes sorgt der AStA der HHU dafür, dass dessen rechten Thesen noch gesellschaftsfähiger werden“.

Der AStA Duisburg-Essen hat sich im vergangenen Monat in einer Stellungnahme deutlich von jeglichen AfD-nahen Strukturen distanziert und sich dem entschlossenen Eintreten gegen das Erstarken jener Strukturen in der Metropolregion Rhein-Ruhr verschrieben. „Gerade an der HHU, an der es auch eine AfD-Hochschulgruppe gibt, erwarten wir vom AStA eine deutliche Positionierung gegen rechts und kein Hofieren rechter Positionen!“, so Strasdat. „Als Allgemeiner Studierendenausschuss sehen wir es als unsere Aufgabe für eine aktive Toleranz in der Hochschule und der Gesellschaft einzutreten. Durch die Einladung Luckes macht der Düsseldorfer AStA nun das komplette Gegenteil davon“, ergänzt ihr Marcus Lamprecht, ebenfalls Vorsitzender des AStAs.

Der Duisburg-Essener AStA hat im vergangenen Jahr ebenfalls eine Veranstaltung zum Thema TTIP veranstaltet und erkennt die Relevanz des Themas, auch für den hochschulpolitischen Rahmen, durchaus an, fordert allerdings die Düsseldorfer Studierendenvertretung zur unmittelbaren Ausladung Luckes auf! „Mit der Einladung Luckes wird das Augenmerk von diesem sehr wichtigen Thema auf die Person Lucke und dessen untragbare politische Ansichten gelenkt“, so Lamprecht abschließend.

 

-> Die Pressemitteilung gibt es hier.

-> Weitere Pressemitteilungen.