Ende des Numerus Clausus an allen deutschen Universitäten für den Studiengang Psychologie

Das höchstrichterliche Urteil zur Studienplatzvergabe im Fach Medizin hat bereits festgestellt, dass das Kriterium des Numerus clausus (NC) eine Ungleichbehandlung bei den Studienanfängern beinhaltet.
Bemängelt wurde unter anderem, dass die Abiturnote in den verschiedenen Bundesländern nur schlecht vergleichbar ist. Bei einem sehr strengen NC, wie er im Fach Medizin üblich ist, entscheidet somit die Nachkommastelle nach der Note 1 über die Zusage oder Absage zu einem Studienplatz.
Während im Fach Medizin diese Entscheidung auch mit Blick auf den Ärztemangel geführt wird, soll diese Petition sicherstellen, dass auch andere betroffene Fächer ausreichend bei einer notwendigen Reform des Hochschulrahmengesetzes (HRG) berücksichtigt werden. Betroffen ist hier insbesondere das Fach Psychologie, das an vielen Universitäten einen ähnlich anspruchsvollen NC hat wie auch das Fach Medizin. Somit besteht die gleiche Gefahr der Ungleichbehandlung von Studienanfängern.

Ein scharfer NC diskriminiert unter den Studienanfängern in gleich doppelter Weise. Zum einen spielt der Ort des Abiturs eine wesentliche Rolle bei der Abiturnote. Zwischen den Bundesländern ist eine Abiturnote von 1,0 – ein auch im Fach Psychologie durchaus anzutreffender NC – unterschiedlich schwierig zu erreichen. Zum anderen spielt die sozio-ökonomische Herkunft der Schüler eine wesentliche Rolle für die Schulnoten und auch für die Wahl, ein Studium zu beginnen. So ist es für ein Kind aus einer Arbeiterfamilie wesentlich unwahrscheinlicher, ein gutes Abitur zu erreichen und ein Studium zu beginnen, als für ein Kind aus einem Akademikerhaushalt. Insbesondere Kinder mit sozial schwächerem Hintergrund werden so benachteiligt.

Die Petition:

Beispiel-Seite

Ziel dieser Petition ist eine Änderung des Hochschulrahmengesetzes (HRG) beziehungsweise ein Diskussionsanstoß bei einer anstehenden Reform dieses Gesetzes.
Die Studienplatzvergabe aufgrund eines Numerus clausus (NC) entspricht nicht dem Gleichheitsgrundsatz, da die Abiturnoten in hohem Maße von sozio-ökonomischen Faktoren der Schüler und auch dem Wohnort abhängen. Bei anspruchsvollen NC-Vorgaben wie im Fach Psychologie, findet so eine deutliche Ungleichbehandlung bei den Studienanfängern statt.