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Nur ein Tropfen auf den heißen Stein – Ministerium kündigt Verlängerung der Auslauffristen im Lehramt um ein Jahr an

Der Allgemeine Studierendenausschuss (AStA) der Universität Duisburg-Essen steht der angekündigten Verlängerung der Auslauffristen im Lehramt kritisch gegenüber. Der vorgelegte Gesetzesentwurf des Lehrerausbildungsgesetz (LABG) sieht eine Verlängerung der Auslauffristen um ein Jahr und erweiterte Härtefallregelungen mit einer Fristverlängerung um bis zu zwei Jahre vor. Der AStA begrüßt diesen Schritt der Landesregierung zur Anerkennung des Handlungsbedarfes. Er setzt sich allerdings weiterhin für eine komplette Abschaffung aller Auslauffristen ein. Nur dieser Schritt würde das Problem nicht nur verschieben, sondern aus der Welt schaffen.

Tim Wübbels, Referent für Sozialpolitik, begründet hierzu:

„Ein Jahr Verlängerung der Fristen im Lehramt reicht leider hinten und vorne nicht. So werden weiterhin Kommiliton*innen dazu gedrängt, sich auf das strikte Absolvieren von Prüfungen zu konzentrieren.“ Zur aktuellen Lage führt er außerdem aus: „Gerade vor dem Hintergrund der anstehenden Herausforderungen in der Schulbildung wie z.B. der Inklusion und der Integration von Geflüchteten muss es für Lehramtsstudierende möglich sein, sich umfassend und kritisch reflektiert bilden zu können, sich zu engagieren und über den Tellerrand zu schauen. Der erhöhte Bedarf an Lehrkräften in diesen Bereichen zeigt, dass Zwangsexmatrikulationen oder Studienverzögerungen durch den Wechsel in das Bachelor-System die Lage nur weiter verschärfen würden.“

Derzeit sind an der Universität Duisburg Essen circa 3200 Lehramtsstudierende in die alte Landesprüfungsordnung (LPO2003) eingeschrieben und potenziell betroffen. Wie das Schulministerium auf die Zahl von 700 Betroffenen kommt, kann der Allgemeine Studierendenausschuss nicht erklären. Bei dem momentanen Vorschlag handelt es sich außerdem lediglich um einen Kabinettsentwurf, der bis zur endgültigen Verabschiedung des LABGs noch verändert werden kann. Chelsea Weedall, ebenfalls Referentin für Sozialpolitik fordert, jetzt schnell zu handeln: „ Eine angekündigte Verlängerung kann nur dann etwas bringen, wenn sie rechtssicher wird. Dazu fordern wir das Ministerium für Schule und Weiterbildung auf, allen Beteiligten schnellstmöglich eine rechtssichere Auskunft über eine Verlängerung mitzuteilen.“ Sie ergänzt die unsichere Lage, in der sich die Betroffenen befinden: „Geschieht dies nicht, müssten sich Ende Oktober alle Kommiliton*innen der Grund-, Haupt- und Realschulstudiengänge zu allen verbliebenen Prüfungen anmelden. Dadurch entsteht ein burnout-provozierender Stress, der unbedingt vermieden werden muss.“

Abschließend formuliert Julia Wenzel, Vorsitzende des Ausschusses, den klaren Appell sich weiterhin einzusetzen: „Existenzängsten und Burn-out kann nur durch eine konsequente Abschaffung der Fristen entgegengetreten werden. Die erfolgreichen Proteste haben gezeigt, dass es sich für uns Studierende auch weiterhin lohnt, gemeinsam für eine Abschaffung der Fristen einzutreten und so ein umfassendes Studium ohne Zeitdruck zu erreichen.“

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