Pressemitteilung des AStA Duisburg-Essen zu COVID-19

Auch bei uns als Studierendenvertretung bleibt die aktuelle Lage nicht ohne Auswirkungen: es ergeben sich diverse neue Problemstellungen für Studierende, die wir hier in Form einiger Forderungen und Vorschläge behandeln wollen; zunächst aber zu den Einschränkungen in unserem Angebot als AStA.

Angebot des AStA

  • Sprechstunden der Sozial- und Rechtsberatung sowie des Referats für Sozialpolitik finden bis auf Weiteres zu den regulären Sprechzeiten telefonisch statt
  • unsere in näherer Zukunft geplanten Veranstaltungen wie die kritische Einführungswoche, Kneipen- und Bandabende und auch das AStA-Campusfest werden nicht stattfinden
  • unsere Veranstaltungsräume – AStA-Keller und Frei[ ]Raum bleiben zunächst geschlossen und stehen ebenfalls nicht für Vermietungen zur Verfügung
  • unsere beschlussfähigen und hochschulöffentlichen Präsenzsitzungen werden ausgesetzt; wir arbeiten mit Hochdruck an der Findung eines sicheren Tele-Verfahrens
  • inhaltliche Anträge ohne finanzielle Komponente können uns trotzdem übermittelt und bearbeitet werden
  • unsere aktuell angestellten Mitarbeiter*innen werden weiter beschäftigt
  • Wir werden einige Ausschreibungen zu Projektstellen vornehmen, die auch mit Telearbeit gut umsetzbar sind, wie etwa zur Schaffung eines allgemeinen universitären Awareness-Konzeptes

Universitätspolitisches

  • Prüfungsmodus: wir wünschen uns eine möglichst einheitliche und ausreichende Verschiebung sämtlicher Präsenzprüfungen sowie auch der Fristen für Hausarbeiten, da durch die Schließung der Bibliotheken vielen Studierenden ein entsprechender Arbeitsplatz zum Schreiben fehlt
  • die Uni sollte Möglichkeiten zur Online-Prüfungsabnahme sichten (sowohl generell wie auch für Studis, die die Prüfungen dringend absolvieren müssen)
  • Konsequenzen der Prüfungsverschiebungen durch eine erneute unplanmäßige Immatrikulation fürs Sommersemester 2020, wie Semesterbeiträge und die so unmögliche Einschreibung in andere Studiengänge/Unis, müssen sozial gerecht ausgeglichen werden
  • wir möchten die Universitätsleitung ermutigen, künftig transparenter und verbindlicher Entscheidungen zu treffen; die UDE hat den Start des SoSe erst am Tag eines entsprechenden Erlasses des Landes NRW verschoben, nachdem zuvor viele Unis in NRW vorausschauender schon entsprechende Schritte eingeleitet hatten
  • die an der Uni angestellten studentischen Hilfskräfte sollen alle angestellt bleiben; während zwar einige Aufgabenbereiche von SHKs wegfallen (zum Beispiel Services in den Bibliotheken), fällt andernorts Mehrarbeit an (wie etwa die Gestaltung „digitaler Lehre“), sodass wir eine entsprechende Ressourcenverlagerung und eine sozial bewusste Fortanstellung für machbar halten

Allgemein Politisches

  • Pandemiebezogener Rassismus gegen bestimmte Menschengruppen ist auch im Ausnahmezustand illegitim und gefährlich; besonders jetzt ist ein bewusster Umgang mit (vermeintlich) herkunftsbezogenen Ressentiments entscheidend für den gesellschaftlichen Zusammenhalt
  • ein großer Teil der Studierenden wird unter großen Verdienstausfällen in Nebenjobs zu leiden haben; besonders hart wird es internationale Studierende treffen, welche durch die verlangsamte bzw. eingestellte Bearbeitung ihrer aufenthaltsrechtlichen Gesuche sowie damit die verbundene stark erschwerte Jobsuche benachteiligt sind. Wir fordern daher von Bund und Ländern, Studierende im Allgemeinen und Studis aus Nicht-EU-Ländern bei sämtlichen Maßnahmen zur Einkommenskompensation mit zu berücksichtigen
  • Teil dessen muss sein, allgemeine Ausnahmeregelungen im BAföG zu finden, die dieser besonderen sozialen Härte gerecht werden; dies betrifft z.B. Studierende, die aufgrund der Verschiebungen der Prüfungen/ Abschlussarbeiten die Regelstudienzeit überschreiten müssen

Wir erklären uns solidarisch mit sämtlichen von der Pandemie Betroffenen und fordern Entscheidungsträger*innen auf, in dieser bisher beispiellosen Zeit entschieden, jedoch stets demokratisch und sozial solidarisch zu handeln; am härtesten wird es – wie auch der Klimawandel – jene Regionen in der Welt treffen, die ohnehin unter maroden Gesundheitssystemen, breiter Armut und instabilen politischen Verhältnissen zu leiden haben. Unsere mediale Aufmerksamkeit muss auch Jene mit einschließen, die gerade in Lagern an der griechischen Grenze ums Überleben kämpfen – sie sind keine Gefahr für uns, sondern Verfolgte und Notleidende, zusammengedrängt unter bedenklichsten hygienischen Bedingungen. Jetzt mehr denn je ist ein Bewusstsein reicher Industrieländer für die teilweise Mitverschuldung jener Umstände sowie die globale Verantwortung, die sich daraus ergibt, unabdingbar.

Zuletzt: helft einander! Ob unter Studis mit der gegenseitigen Bereitstellung von Lernnotizen und Zusammenfassungen oder als solidarische Nachbar*innen mit Einkaufshilfe für Mitglieder der Risikogruppe in eurer Hausgemeinschaft

Der AStA der Universität Duisburg-Essen

Hilfestellen zu bei verschiedensten Anliegen findet ihr hier.