Einkommensverlust, Jobverlust in Folge von Corona – was nun?

zuletzt aktualisiert am 22.11.20

Auf Grund der aktuellen Situation und der Schließung von vielen Geschäften, Restaurants besteht bei vielen Studierenden eine große Unsicherheit, ob sie ihren Minijob weiter ausüben können. Arbeitgeber*innen sprechen vermehrt Kündigungen aus oder bieten den Studierenden Aufhebungsverträge an. Trotz der Ausnahmesituation sind die Arbeitgeber*innen jedoch an die gesetzlichen Vorgaben gebunden. Wir haben für Euch die wichtigsten Fragen rund um das Thema „Arbeitsrecht in Zeiten von  Corona“ zusammengefasst.

Durch den Einkommensverlust/ Jobverlust erleben aktuell viele Studierende finanzielle Engpässe und wissen nicht, wie sie ihre Miete, Krankenversicherung oder Lebensmittel bezahlen sollen. Wir haben für Euch eine Übersicht und eine Linksammlung mit Tipps und Hilfsangeboten des AStAs und anderen Stellen zusammengestellt.

Ihr könnt Euch zudem jederzeit per E-Mail oder telefonisch an die Sozial- und Rechtsberatung sowie an das Referat für Sozialpolitik des AStAs wenden.

FAQ rund um das Thema Arbeitsrecht zu Zeiten von Corona

Tipps, Unterstützungs- und Beratungsangebote in Zeiten von Corona

FAQ rund um das Thema Arbeitsrecht zu Zeiten von Corona

  1. Kann „Corona“ ein Kündigungsgrund sein?

Viele Arbeitgeber*innen sprechen aktuell voreilig Kündigungen aus betriebsbedingten Gründen aus, da sie beispielsweise ihr Café schließen mussten.  Wenn ihr länger als sechs Monate in einem Betrieb mit mehr als 10 Mitarbeiter*innen beschäftigt seid, unterliegt ihr dem Kündigungsschutzgesetz (KSchG). Danach könnenArbeitgeber*innen das Arbeitsverhältnis nur beenden, wenn sachliche Gründe für die Beendigung vorliegen. Diese können betriebsbedingt oder verhaltensbedingt sein. Die betriebsbedingte Kündigung knüpft an den Betrieb an, die verhaltensbedingte Kündigung an das Verhalten der Arbeitnehmer*innen.

Kann ich gekündigt werden, wenn meine Arbeitgeberin* mein Arbeitgeber auf Grund der aktuellen Situation den Betrieb/das Unternehmen schließen muss?

Hier könnte eine betriebsbedingte Kündigung in Betracht kommen. Für eine betriebsbedingte Kündigung müssen dringende betriebliche Erfordernisse vorliegen, die zu einem dauerhaften Wegfall des Beschäftigungsbedarfs führen. Betriebliche Erfordernisse können beispielsweise Auftragsmangel oder Absatzschwierigkeiten sein. Diese Voraussetzung wird in den meisten Fällen gegeben sein. Schwieriger wird es bei der zweiten Voraussetzung, dem dauerhaften Wegfall des Beschäftigungsbedarfs. Aktuell ist die weitere Entwicklung der Krise und ihre Folgen unvorhersehbar, sodass nicht eindeutig gesagt werden kann, dass der Beschäftigungsbedarf dauerhaft wegfallen wird. In den meisten Fällen kann die Kündigung daher nicht auf diesen Grund gestützt werden.

Kann ich gekündigt werden, wenn ich aus Angst vor der Infizierung zu Hause bleibe und meine Arbeit nicht verrichte?

Auf Grund des Arbeitsverhältnisses entstehen für beide Seiten bestimmte Pflichten. Die Arbeitnehmer*innen verpflichten sich eine bestimmte Leistung zu erbringen. Im Einzelfall können sie die Erbringung der Leistung verweigern, wenn es unzumutbar wäre die Leistung weiterhin zu erbringen. Im Einzelfall muss geprüft werden, ob die Unzumutbarkeit gegeben ist.

Fall 1: An der Arbeitsstelle gibt es tatsächliche Anhaltspunkte für eine erhöhte Infektionsgefahr.

Hier ist es den Arbeitnehmer*innen in der Regel nicht zuzumuten, die Arbeitsstelle aufzusuchen. Die Arbeitgeber*innen kann jedoch Homeoffice ermöglichen, sodass die Leistung von zu Hause aus erbracht werden kann.

Fall 2: Ich habe die Angst mich auch meinem Arbeitsweg oder bei der Arbeit zu infizieren. Es liegen jedoch keine tatsächlichen Anhaltspunkte für eine erhöhte Infektionsgefahr vor.

In diesem Fall ist es den Arbeitnehmer*innen zuzumuten weiterhin die vereinbarte Leistung zu erbringen, da die abstrakte Angst in das allgemeine Lebensrisiko fällt. Die Verweigerung der Leistung, kann zu einer Abmahnung führen. Wird die Leistung wiederholt verweigert, kann dies eine Pflichtverletzung darstellen und zu einer verhaltensbedingten Kündigung führen.

Fall 3: Die öffentlichen Verkehrsmittel fahren nicht mehr, sodass ich nicht mehr zur Arbeit kommen kann.

Ihr tragt als Arbeitnehmer*innen die Verantwortung für Euren Arbeitsweg. Daher führt der Ausfall der öffentlichen Verkehrsmittel nicht automatisch dazu, dass ihr Eure Leistung auf Grund dessen verweigern könnt. Es empfiehlt sich das Gespräch zu Euren Arbeitgeber*innen zu suchen, um gemeinsam eine Lösung zu finden.

Woran erkenne ich, dass meine Kündigung nicht den formalen Anforderungen entspricht?

Eine Kündigung muss schriftlich erfolgen. Schriftlich bedeutet, dass die Kündigung von den Arbeitgeber*innen eigenhändig unterschrieben sein muss. Somit sind Kündigungen, die mündlich ausgesprochen oder per SMS bzw.  per E-Mail versandt worden unwirksam.

Welche Fristen gelten bei der Kündigung?

Die Kündigung unterliegt bestimmten Fristen, sprich ihr könnt nicht von einen Tag auf den anderen gekündigt werden.

Die gesetzliche Kündigungsfrist bemisst sich anhand der Dauer Eures Arbeitsverhältnisses. Besteht das Arbeitsverhältnis seit unter zwei Jahren, kann mit einer Frist von vier Wochen zum 15. oder zum Ende eines Kalendermonats gekündigt werden. Bei zwei Jahren beträgt die Kündigungsfrist einen Monat zum Ende des Kalendermonats. Es empfiehlt sich jedoch auch ein Blick in Euren Arbeitsvertrag, ob dort andere Kündigungsfristen geregelt sind. Die Kündigungsfristen gelten unabhängig vom Kündigungsschutzgesetz.

Was kann ich tun, wenn ich eine Kündigung erhalten habe?

Wenn ihr eine Kündigung auf Grund von Corona erhalten habt, könnt ihr anhand der vorangegangenen Fragen prüfen, ob die Kündigung wirksam ist oder nicht. Ihr könnt Euch mit der Kündigung auch zeitnah nach Erhalt der Kündigung an die Rechtsberatung des AStAs wenden. Ist eine Kündigung unwirksam, kann innerhalb von drei Wochen nach Zugang der Kündigung eine Kündigungsschutzklage beim Arbeitsgericht eingereicht werden.

Es gibt Arbeitgeber*innen, die auf eine Kündigung verzichten und ihre Beschäftigten auffordern sogenannte Aufhebungsverträge zu unterschreiben, wonach das Arbeitsverhältnis im gegenseitigen Einverständnis sofort enden soll. Es empfiehlt sich diese Aufhebungsverträge zu Hause in Ruhe zu lesen und sich ggf. rechtlichen Rat einzuholen, bevor sie unterschrieben werden.

Viele Unternehmen/Betriebe stellen aktuell ihren Betrieb in die Kurzarbeit um. Dies bedeutet, dass die die Arbeitszeit und der daran gekoppelte Lohn heruntergesetzt bzw. komplett ausfällt. Die Agentur für Arbeit zahlt das sogenannte Kurzarbeiter*innengeld als teilweisen Ersatz für den durch einen vorübergehenden Arbeitsausfall entfallenen Lohn. Jedoch haben nicht alle Arbeitnehmer*innen Anspruch auf die Zahlung

Habe ich als Minijobber*in/Werkstudent*in einen Anspruch auf Kurzarbeitsgeld?

Minijobber*innen/Werkstudent*innen haben keinen Anspruch auf Kurzarbeitsgeld, da dieses nur für sozialversicherungspflichtig Beschäftigte vorgesehen ist. Dies betrifft in der Regel alle die Studierenden, die regelmäßig nicht mehr als 20 Stunden pro Woche arbeiten.

Habe ich einen Anspruch auf Kurzarbeitsgeld, wenn ich mehr als 20 Stunden in der Woche einer sozialversicherungspflichtigen Arbeit nachgehe?

Seid ihr voll sozialversicherungspflichtig gemeldet, habt ihr wie alle anderen Arbeitnehmer*innen einen Anspruch auf Kurzarbeitsgeld.

Können Arbeitgeber*innen von mir plötzlich verlangen meinen Urlaub zu nehmen?

Grundsätzlich können Arbeitgeber*innen Euch nicht gegen Euren Willen in den Urlaub schicken. Etwas anderes gilt für Betriebsferien. Diese müssen jedoch einen gewissen Vorlauf haben und können nicht von einem Tag auf den anderen von den Arbeitgeber*innen angeordnet werden. Falls es einen Betriebsrat gibt, müssen die Arbeitgeber*innen gemeinsam mit ihm die Betriebsferien vereinbaren. 

Auf Grund von Corona kann ich nicht wie geplant in den Urlaub fahren. Muss ich den bewilligten Urlaub trotzdem nehmen?

Rein rechtlich gesehen bleibt der bewilligte Urlaub bestehen, da sich die Arbeitgeber*innen verpflichtet haben, Euch in diesem Zeitraum bezahlt freizustellen. Solltet ihr trotzdem lieber arbeiten wollen, empfiehlt es sich das Gespräch zu Euren Arbeitgeber*innen zu suchen.

Wie komme ich zu meinem Recht?

Zunächst einmal sollte bedacht werden, dass viele Arbeitgeber*innen in der augenblicklichen Situation schlicht die Nerven verlieren und Dinge sagen und machen, die ihnen sonst nie in den Sinn kämen. Daher ist es nie verkehrt zunächst das persönliche Gespräch zu suchen (und so notwendig auf die eigenen Rechte hinzuweisen)

Wenn Arbeitgeber*innen den Lohn nicht zahlen – müssen sie dazu zunächst aufgefordert werden. Dazu empfiehlt sich ein so genanntes „Einlieferungseinschreiben“ – damit man später den Zugang belegen kann. Im Schreiben selbst ist den Arbeitgeber*innen eine Frist zu setzen, den ausstehenden Lohn auf das übliche Konto zu überweisen.

Geschieht das nicht, bleibt nur der Gang zum Arbeitsgericht. (Bzw. vorher zum Anwalt etc.)

Alle notwendigen Infos dazu finden sich auf der Seite des Justizministeriums NRW

Ebenso eine umfassende Broschüre über „Arbeitsrecht“

Wer sich das nicht selber zutraut, muss entweder anwaltliche Hilfe in Anspruch nehmen oder sollte sich an eine Gewerkschaft wenden (z.B. „ver.di“).

In Arbeitsgerichtsverfahren (in der ersten Instanz) müssen die eigenen anwaltlichen Kosten selbst bezahlt werden, auch wenn man erfolgreich ist – das dürfte für Studierende häufig ein Problem sein, da die wenigsten eine Rechtsschutzversicherung abgeschlossen haben und oft nur geringes Einkommen und Vermögen verfügen. Hier hilft die Prozesskostenhilfe. Im Falle einer Beratung durch eine*n Anwält*in vor dem eigentlichen Verfahren hilft die Beratungshilfe. Wen das betrifft, kann bei der AStA- Sozialberatung zur Beratungshilfe ein „Merkblatt“ anfordern.

Ausführlich ist es hier erläutert (Justiz NRW)

Gewerkschaften dürfen nur für ihre eigenen Mitglieder aktiv werden. Und bieten diesen Rechtsschutz in den Bereichen Arbeits- und Sozialrecht. In vielen Gewerkschaften beträgt der Mindestbeitrag für Studierende um die 2,50 Euro/Monat. Daher wäre es auch eine Überlegung wert Mitglied einer Gewerkschaft zu werden, um diese Hilfe in Anspruch zu nehmen. In jedem Fall sollte vorab mit ihnen geklärt werden, ob die Gewerkschaft bereit wäre, in einen bestehenden Rechtsstreit einzusteigen. Infos dazu hier.

Welche staatlichen Unterstützungsangebote gibt es?

Es gibt nach wie vor Leistungen staatlicher Stelle die Studierende mit einem Studierendenvisum nicht in Anspruch nehmen können ohne ihren Aufenthaltsstatus zu gefährden.

Aus diesem Grund habe ich hier die Empfehlungen unterteilt:

  • in solche die auch Studierende mit einem Studierendenvisum bedenkenlos in Anspruch nehmen können und
  • in Leistungen, die ausschließlich von Studierenden mit Daueraufenthaltsrecht (einschließlich jener mit deutscher Staatsbürgerschaft) in Anspruch genommen werden können. (Zu Letzteren zählen auch – für die Dauer ihres Aufenthaltes – Flüchtlinge nach § 25 Aufenthaltsgesetz und Unionsbürger*innen die schon länger als 4 Jahre hier leben).

Auf der Suche nach einem verbindenden Wort habe ich mich für „Einheimische“ entschieden.

Studierende mit einem Studierendenvisum

Von unverschuldeten Notlagen abgesehen ist die Grundlage für den Aufenthalt (und das Visum) die nachzuweisende Fähigkeit, dass die üblichen Kosten des Aufenthaltes abgedeckt sind. (Durch Einkommen/Bürgschaft oder Sicherheitsleistung). Wer bei einer staatlichen Stelle nun Angaben macht, die das Gegenteil vermuten lassen bekommt Probleme mit der Ausländerbehörde. Das gilt für einen Hartz IV Antrag genauso wie für Wohngeld.

Seit März 2020 sind z.B. die Jobcenter verpflichtet den Ausländerbehörden Anträge auf ALG II (Hartz IV) zu melden. Internationale Studierende, die einen Hartz IV Antrag stellen riskieren somit, dass sie mittelfristig ihre Aufenthaltsberechtigung verlieren (Es gibt einige wenige Ausnahmen in denen der ALG II Bezug sich nicht aufenthaltsschädlich auswirken darf – es führt aber in der Praxis stets zu Auseinandersetzungen mit der Ausländerbehörde).

Nun ist ein Antrag auf Hartz IV (ALG II) ohnehin für alle Studierende zwecklos, so lange sie nicht beurlaubt sind oder exmatrikuliert.  Lediglich Empfänger von BAföG Leistungen, die bei den Eltern wohnen, können zusätzlich ALG II bekommen.

Alle anderen Studierenden nicht.

Völlig unabhängig von ihrer Staatsbürgerschaft.

Studierende Unionsbürger*innen, die durch die Corona Krise ihren Job verloren haben, können genau wie „Einheimische“, jedoch nur in Ausnahmefällen wenn eine förmliche Aufgabe oder Unterbrechung des Studiums und eine Vermittlung in Arbeit nicht zumutbar oder nicht möglich sind, Leistungen nach § 27 SGB II (als Darlehen vom Jobcenter) bekommen. Die Hürden liegen hier leider sehr hoch, so dass dies in der Praxis eher selten zutreffen wird.

BAföG Empfänger*innen können entsprechend länger BAföG bekommen, bzw. den Eignungsnachweis verspätet vorlegen oder bis zu 2 Jahre nach Ablauf der Regelstudienzeit noch die Hilfe zum Studienabschluss (BAföG als Volldarlehn) in Anspruch nehmen. Ich hab dazu einen Reader verfasst („BAföG-Verlängerung-Eignungsnachweis“), den ihr hier https://www.asta-due.de/beratung/sozialberatung/ (ganz unten auf der Seite) findet.

In etlichen Fällen ist der Bezug von Wohngeld (Zuschuss) möglich. Wohngeld ist jedoch eine Hilfe zur Miete und keine Hilfe zur Finanzierung des Lebensunterhaltes. Es setzt (für Studierende) daher ein gewisses Mindesteinkommen voraus. (Damit wird sicher gestellt, dass das Wohngeld für die Sicherstellung des Lebensunterhaltes nicht benötigt wird.)

Eine Erläuterung dazu findet Ihr AStA- Sozialberatung nachfragen).

Studierende mit Studierendenvisum sind nicht von vornherein vom Wohngeldbezug ausgeschlossen – die Inanspruchnahme hat jedoch ihre Tücken, weil man bei der Antragstellung  seine Einkommensverhältnisse offenlegen muss. Die sollten dann nicht zu den Angaben bei der Ausländerbehörde in Widerspruch stehen. Es ist in jedem Fall kritisch zu sehen, wenn die Finanzierung des Lebensunterhaltes nicht anderweitig gesichert ist. Finden beide Daten zueinander, wäre der Aufenthaltstitel gefährdet.

Vor der Beantragung sollte daher unbedingt eine Beratungsstelle aufgesucht werden. In Frage kämen z.B.

AStA- Sozialberatung

Sozialberatung des Studierendenwerks,

ESG oder Campussegen

Ich kann meine Rechnung/Miete/Krankenkassenbeitrag nicht zahlen – was tun?

Stundungsvereinbarungen können immer angegangen werden. Also das Angebot, laufende Zahlungen nunmehr in (kleineren) Raten und/oder später zu zahlen:

  • mit den Vermieter*innen (die nun nicht mehr wegen Corona bedingten Mietschulden kündigen dürfen. Es gibt aber weder ein Sonderkündigungsrecht, noch eine Befreiung von der Mietzahlung. Ihr könnt die Zahlung aber aufschieben und später zahlen)
  • mit dem Energieversorger (Strom/Gas/Wasser)

Ausführlich ist dies hier auf der Seite des Bundesministeriums der Justiz erläutert.

Beachtet in diesen Fällen bitte immer, dass „Corona“ kein „Freifahrtsschein“ für das kommentarlose Einstellen von Zahlungen ist.

Das wird sonst lediglich zu „Zwangsmaßnahmen“ (Kündigung/ Mahnung/ Inkasso/ Vollstreckung/ Stromsperre etc.) der anderen Seite führen.
Wendet Euch selbst frühzeitig an die jeweiligen Einrichtungen/Personen und teilt ihnen mit, dass und warum ihr im Moment nicht zahlen könnt. Gebt Ihnen auf Nachfrage alle notwendigen Nachweise zu euren momentanen finanziellen Situation – mit anderen Worten; wirkt aktiv an einer Lösung mit. Das kann eine verminderte Zahlung oder eine Aussetzung der Zahlung sein.

Es ist aber auch immer nur ein Verzögern der Zahlung. Sie wird einem nicht erlassen. Von daher sollte man immer auch das nächste Kapitel beachten und zusehen die eigene Zahlungsfähigkeit so schnell wie möglich wieder herzustellen.

Wo kann ich sonst finanzielle Unterstützung bekommen?

  • Alle an der Uni Duisburg-Essen eingeschriebenen Studierenden können im Notfall  beim Studierendenwerk Essen-Duisburg ein zinsfreies Darlehn bekommen – bis zu 500 Euro ohne Bürgschaft – das nennt sich Härtefonds.
  • Mit einer Bürgschaft (Sicherheitsleistung) sind es sogar max. 3500 Euro.

Habt Ihr Mietschulden beim Studierendenwerk, dann käme eine Inanspruchnahme des Härtefonds für diesen Zweck nicht in Frage – hier muss vorrangig mit der Wohnheimabteilung eine Ratenzahlung/Stundung vereinbart werden.

  • Alle an der Uni Duisburg-Essen eingeschriebenen aufgrund einer Notlage bedürftigen Studierenden können von der Studierendenschaft den Mobilitätsbeitrag (also ca. 208 Euro/Semester) als Teil der Rückmeldegebühr zurück erstattet bekommen (das Ticket selbst bleibt natürlich weiterhin gültig).

Das nennt sich Härtefallantrag.

Möglich ist die Übernahme/Rückerstattung für das kommende und/oder laufende Semester.

Eine Antragstellung ist bis zum Ablauf des vorletzten Monats des laufenden Semesters möglich.  Als „Corona“ bedingte Ausnahme ist auch rückwirkend für das Sommersemester 2020 noch möglich.

  • Alle an der Uni Duisburg-Essen eingeschriebenen Studierenden haben die Möglichkeit ein (zinsfreies) Darlehn der DAKA  in Anspruch zu nehmen – dafür bräuchte man aber eine Bürgschaft (Sicherheitsleistung).
  • DAKA  ist ein Verein, den die Studierendenwerke in NRW gegründet haben und kann daher auch nur von eingeschriebenen Studierenden in NRW in Anspruch genommen werden, für die ein Studierendenwerk zuständig ist.
  • Bildungskredit des Bundes

Anspruchsberechtigt sind Personen, welche die Bedingungen des § 8 BAföG erfüllen – also theoretisch (was die Staatsangehörigkeit betrifft) BAföG bekommen könnten und ihren ständigen Wohnsitz hier haben. Ob sie aus anderen Gründen (persönlichen oder solchen des Studienverlaufs) tatsächlich nichts (mehr) bekommen, wäre hier nicht wichtig) Internationale Studierende können diese Leistung im Regelfall nicht in Anspruch nehmen.

Anspruchsberechtigt sind grundsätzlich:

  • Deutsche Staatsbürger*innen mit inländischer Meldeadresse oder
  • Familienangehörige einer deutschen Staatsbürgerin*eines deutschen Staatsbürgers, die sich mit ihm in Deutschland aufhalten und hier gemeldet sind (Ihre Staatsbürgerschaft spielt keine Rolle.)
  • EU-Staatsbürger*innen, die sich rechtmäßig seit mindestens drei Jahren ständig in Deutschland aufhalten und hier gemeldet sind oder
  • Familienangehörige einer solchen EU-Staatsbürgerin*eines solchen EU-Staatsbürgers, die sich mit ihm in Deutschland aufhalten und hier gemeldet sind (Ihre Staatsbürgerschaft und die Dauer Ihres bisherigen Aufenthalts in Deutschland spielen keine Rolle.)
  • „Bildungsinländer*innen“ , sofern in Deutschland gemeldet.

Überbrückungshilfen des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF)

  • KFW – „Soforthilfe“ für Studierende in Form eines unverzinsten Darlehns
    • Das bekannte Studienkreditprogramm der KFW (bis zu 650 Euro/Monat) ist für eine Soforthilfe erweitert worden.
    • So wird die Gruppe der Anspruchsberechtigten vorübergehend auf internationale Studierende erweitert. (z.Z. bis zum 31.3.2021)
    • Alle Auszahlungen von 5/2020 bis 12/2021 sind zinsfrei gestellt worden.

Zeiten davor und danach fallen wieder in die übliche Verzinsung

  • Anträge stellen können ausländische Studierende seit 1. Juni 2020 alle anderen seit dem 8. Mai.
    • Eine kurze Zusammenfassung mit Beispielrechnungen und alle Links zur KFW findet ihr hier.
  • BMBF – Zuschussförderung, ausgezahlt über die örtlichen Studierendenwerke

Diese ist aufgrund des erneuten Lockdowns wieder aufgenommen worden, Nunmehr von November 2020 bis einschließlich März 2021.  Die Antragstellung ist  seit 20. November wieder möglich.

  • Wer kann es bekommen?

Alle (aufgrund der Pandemie) Bedürftigen unabhängig von Staatsangehörigkeit und Semesterzahl in Erst- oder Zweitstudium.

  • Wie viel?

Zuschuss bis max. 500 Euro/Monat – ursprünglich für die Monate Juni bis September (also max. 2000 Euro) nunmehr noch erweitert für die Monate November bis einschließlich März 2021.

  • für jeden Monat ist ein neuer Antrag erforderlich.
    • Die Antragsseite findet ihr hier:
    • Förderung erfolgt frühestens ab Antragsmonat. (Wer also z.B. im November keinen Antrag stellt, könnte das im Dezember nicht mehr nachholen)
    • Die zentrale Info – Seite des BMBF dazu findet ihr hier.
    • Die Seite unseres Studiwerks findet ihr hier .

Welche Hilfen bieten die evangelische und katholische Hochschulseelsorge vor Ort an?

Wo finde ich Angebote für Stipendien?

  • Stipendien sind oft keine schnelle Hilfe, weil Bewerbung und Vergabe einige Zeit in Anspruch nehmen. Trotzdem findet ihr hier eine Übersicht: „SCIES“ hat eine Liste für internationale Studierende ins Netz gestellt.
  • Beide christlichen Kirchen an unserem Campus haben auch Stipendien, die sich im Regelfall vorrangig an internationale Studierende richten.

ESG (evangelische Hochschulseelsorge)

Campussegen (katholische Hochschulseelsorge)

  • Wenn Ihr an einem Stipendium interessiert seid, schickt eine kurze Mail an die AStA-Sozialberatung. Ihr bekommt dann eine umfangreiche Information (als PDF) zugesandt, die euch bei der Auswahl des richtigen Stipendiums hilft.

Ein Info zur „Finanzierung des Studienabschlusses“, welches die gängigsten Leistungen ausführlich erläutert, findet ihr hier: https://www.asta-due.de/beratung/sozialberatung/  (Dort findet ihr auch eine genaue Beschreibung von Bildungskredit, Daka und Wohngeld)

Wo kann ich aktuell einen neuen Job finden?

Der Career Service des Akademischen Beratungszentrums unserer Universität hat eine Seite mit Jobangeboten speziell für Studierende im Netz – diese findet ihr hier auf dieser Seite.

Das Studierendenwerk Duisburg-Essen kooperiert mit dem Job- Online- Portal „Jobsuma“. Diese auf Studierende zugeschnittene Jobbörse findet ihr hier: https://www.jobportal-edu.de/

Wir wünschen Euch viel Erfolg bei der Bewältigung der Probleme und helfen natürlich gern weiter, wenn dazu Fragen auftauchen.

Eurer AStA Referat für Sozialpolitik und die AStA Sozialberatung

Ihr erreicht uns per Mail und in den Sprechzeiten auch telefonisch:

Udo Gödersmann– AStA Sozialberatung

Katharina Pohlschmidt– AStA Sozialpolitikreferat
Michel Breuer – AStA Sozialpolitikreferat